Nachhaltig Heiraten in Bayern und Franken

Ihr wollt nachhaltig heiraten in Bayern und Franken? Ganz einfach.

Gemeinsam innehalten. Loslassen. Freudentränen in den altbekannten Augenwinkeln. Tief aus dem vollgeschlemmten Bauch heraus lachen mit diesem ganz besonderen Haufen, an diesem ganz besonderen Tag. Besonders wird etwas – und zwar eigentlich alles – genau dann, wenn wir es bewusst erleben. Bewusst heißt aber nicht verkrampft oder eingeschränkt. Kontrolle abgeben, uns selbst wie einen Luftballon in den sanften Winterwind über Schneewehen dahingleiten lassen, ohne Gewissensbisse genießen und wissen, dass alles genau so ist, wie es sein soll – können wir dann, wenn wir mit uns im Reinen sind. Wenn wir uns bewusst darüber sind, welche Konsequenzen und Folgen unser Handeln haben kann und wenn wir das Gefühl haben, gute Entscheidungen zu treffen.

Ihr entscheidet euch füreinander. Heute, morgen und an jedem anderen Tag. Ihr sagt ganz bewusst „ja“ zu einem Leben Seite an Seite, auch, wenn es an dieser Seite manchmal ein wenig ungemütlich wird. Sturm ist ok. Ebbe auch. Ihr nehmt euch ganz. Mit allem. Mit Zwiebeln und scharf und Kirsche oben drauf. Ihr wisst, dass zum Leben mehr gehört, als die Sonnenseite und das ist sogar gut so. Wenn euer Heute einmal stürmisch wird, wisst ihr, dass immer ein Morgen mit sanfterem Seegang in Aussicht ist.

Dieses Morgen beginnt mit einem trägen, wohligen Wimpernschlag. Dein Duft. Weißgoldene, kühle Sonnenstrahlen. Ein Spaziergang durch den Schlosspark. Hildi verscheucht die anderen Hunde mit beeindruckenden Dackeldrohgebärden. Die Vögel wissen auch, dass irgendwo der Frühling wartet. Die Welt räkelt sich. Sie streckt sich und sammelt ihre Kräfte, sich wieder zu erneuern. Sie ist selbst ihr größtes Wunder.

Dieses Wunder zu erhalten, für uns, für unsere Kinder, Neffen, Nichten und Enkel, ist etwas, gegen das sich keine guten Gründe finden lassen. Wenn wir einmal verstanden haben, dass auch die schweren Zeiten immer noch etwas Gutes und Besonderes in sich tragen – nämlich dass sie gelebt werden – dann wissen wir, dass wir diesen Zauber so gut wir können auch allen anderen Menschen und Tieren ermöglichen wollen. Nicht müssen. Wollen. Ganz bewusst.

Nun kann aber niemand völlig ohne Fußabdrücke zu hinterlassen durchs Leben gehen. Das Tolle ist: Das ist auch überhaupt nicht nötig. Mehr Bewusstsein heißt nicht Geißelung. Selbstaufgabe, Einschränkung und Aufopferung sind hier schlichtweg unnötige Schranken, die wir unserem Denken auferlegen. Wenn wir einen Menschen ehrlich lieben, betrachten wir es auch nicht als Opfer, Kompromisse einzugehen, sondern den neuen gemeinsamen Weg als Bereicherung und die eigene Flexibilität als gesunde und reichhaltige Entwicklung des eigenen Charakters. Wo genau ist nun der Unterschied dazu, der Natur und ihren wundersamen Geschöpfen ein wenig entgegenzukommen? Richtig: Es gibt keinen.

Bewusstsein für kollektives gesundes und gutes Leben für alle wächst und erstarkt mit jeder kleinsten Bemühung. Niemand muss stundenlang von Supermarkt zu Supermarkt radeln und so arbeitsunfähig werden, nur um alles in plastikfreien Verpackungen zu bekommen. Niemand muss von heute auf morgen vegan leben und in seiner Freizeit am Hauptmarkt stehen und Leute ansprechen, um so viele andere wie möglich zu bekehren. Niemand muss nur noch für ganz viel Geld Ököfairtradehighendmode kaufen, um beim Nachhaltigkeitscatwalk auf dem Elternabend mithalten zu können. Und niemand muss auf eine unvergessliche, rauschende, strahlende, gaumenschmausige, atemberaubende Hochzeit verzichten, wenn er bewusst leben will. Versprochen.

Uns beschäftigt dieses Thema. Jeden Tag. Wir lieben unsere Arbeit mit euch und es motiviert und bezaubert uns gleichermaßen, wie viel Vertrauen ihr in uns habt und wie gerne und offen ihr euch bei uns Rat holt. Deswegen, und weil wir Lust hatten, unser eigenes Interesse an einem guten Leben für alle mit einem tollen Tag unter heißgeliebten Dienstleisterkolleginnen mit einfließen zu lassen, haben wir unsere hübschen Köpfchen mal ein bisschen angestrengt und eine ganze Weile recherchiert. Inspiriert von dem Gedanken, dass es nicht nur darum geht, nachhaltiger zu heiraten, sondern zu l(i)eben, präsentieren wir euch Ideen, die nicht nur euren großen Tag schöner machen, sondern auch die gemeinsamen Erinnerungen und die Zukunft wertschätzen sollen. Natürlich soll es ein besonderer Tag werden, aber sind wir doch mal ehrlich: Ihr habt den einen Menschen gefunden, mit dem alles bunter und lebendiger ist – ihr werdet hoffentlich noch unfassbar viele unvergessliche, spannende und vor Glückseligkeit nur so strotzende Tage haben. Euer Hochzeitstag soll immer noch euer Tag sein, so, wie ihr miteinander lebt und liebt. Wenn man ein bisschen Zeit hat, nachzuforschen und zu überlegen, dann gibt es unzählige Möglichkeiten, eure Hochzeit ganz bewusst zu feiern und ein paar dieser Anregungen wollen wir euch mit der Unterstützung einiger ganz ausgewählter Dienstleister vorstellen.

Feinschmecker wie wir wissen – ohne gutes Essen keine Party. So ist das einfach und da gibt’s eigentlich auch keine Ausnahmen. Jetzt ist es so, dass nicht jeder den gleichen Geschmack hat und für viele wie unseren Onkel Herbert hat der Spaß definitiv ein Loch, wenn man ihnen kein Fleisch serviert. Keine Angst Herbert – auch Fleisch kann man bewusster kaufen und essen. Wir haben für den großen Tag unserer zwei Mädels einen ganz zauberhaften Ort aufgetan, der uns mit köstlichen Bio-Produkten aus eigenem Anbau und liebevoller Aufzucht versorgt hat. Der Boarhofam tiefblauen Tegernsee bietet nicht nur gesund angebautes Bio-Gemüse aus alten samenechten Sorten, sondern auch im Holzofen selbstgebackenes Brot aus bäuerlichen Zutaten, Eier, Käse und Wurst, Eingelegtes und Eingekochtes und wenn geschlachtet wird auch mal glücklich aufgewachsene Gans.

Für die Hobbygärtner gibt es das Saatgut der alten Sorten sogar für den eigenen Garten. Unsere bayerischen Tapas und das knackfrische Bauernbrot, sowie das Wurzelgemüse können wir unseren bayerischen Paaren von Herzen empfehlen, wir lecken uns noch heute die Lippen in wohliger Erinnerung an diesen Festschmaus. Es schmeckt einfach viel besser, wenn wir wissen, was wir kaufen und essen. Unsere fränkischen Paare finden zum Beispiel in Ursulas Biohofladen alles, was das saisonbewusste Gemüseherz begehrt, darüber hinaus auch sehr gute Tipps, wo man den Rest des Einkaufs erledigen kann. Ulla ist nämlich Mitglied der Solawi (solidarische Landwirtschaft) und kennt deshalb viele tolle Erzeuger, die uns mit Bio-Lebensmitteln aus nicht-industrieller und markt-unabhängiger Landwirtschaft versorgen können, so wie die leckeren Wurzel- und Knollengemüse, die wir für unser Festmahl von ihnen bekommen haben. Völlig klar ist, dass ihr euch zwar im Alltag recht unkompliziert so ernähren könnt, dass aber eine Hochzeitsgesellschaft mit 120 Personen schon ein bisschen schwieriger oder teurer mit Bio-Lebensmitteln zu versorgen ist. Sprecht einfach mit den Gastronomen eurer Wahl darüber, was euch hier wichtig ist und wie es sich realisieren lässt. Hier macht es durchaus Sinn, schon vor eurer Zusage anzusprechen, dass euch saisonale, regionale Bio-Produkte wichtig sind. Wir haben sogar bei der Deko unserer Tafel auf die im Menü verwendeten Zutaten zurückgegriffen und sind total verliebt in dieses magische, warme und natürliche Stillleben. So haben wir auch keine großen Ausgaben für teure und pompöse Floristik, die am nächsten Tag niemand mehr braucht.

Die liebe Sabine Harrer mit ihrem tollen Blumenladen Rosenrot in Hauserdörfl hat uns hier mit traumhaft duftender Kamille, Hypericum und heimischem Geäst und vor allem mit sachkundiger Beratung über lokal und saisonal verfügbare Pflanzen unterstützt. Viele von euch wünschen sich eine Sommerhochzeit, was natürlich unter freiem Himmel ein absoluter Traum sein kann, aber auch die Schönheit des Winters mit seinen ganz eigenen Düften, Früchten, Gewürzen und Farben gibt eurer Hochzeit eine ganz eigene Stimmung. Bei knisterndem Kaminfeuer, heißem Glühwein, süßer Schwere in der Luft und frostiger Kälte vor der Tür entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das eure Lieben und euch noch ein bisschen mehr eins werden lässt. Wir haben unsere Gäste deshalb auch eingeladen, sich die wunderbaren Früchte, Knollen, Blumen und Beeren mit nachhause zu nehmen und zu verwerten oder getrocknet als kleine Erinnerung an die gemeinsame Zeit aufzubewahren. Wünscht ihr euch etwas Gestecktes oder Aufwendigeres, könnt ihr trotzdem dafür sorgen, dass ihr euer Geld sinnvoll investiert habt, indem ihr zum Beispiel an jedem Tisch eine Dame damit ehrt (Mamas, Omas und Tanten eignen sich hier besonders gut), den Tisch nach ihr zu benennen und ihr den Strauß am Ende des Abends zu vererben. Auch heimische getrocknete Blumen eignen sich wunderbar für die Deko, genauso wie alles Essbare und gesammelte Hölzer und Steine. Wir haben uns statt Tischläufern für alte Buchseiten entschieden, die nicht extra produziert werden mussten, um sofort wieder in den Müll zu wandern.

Als wären sie extra für uns gewachsen, haben sich die getrockneten alten Lianen aus unserem Lieblingsladen, dem Sommerhaus, ins Bild eingefügt. Barbara und ihr Team haben in ihrem (nur vermeintlich) kleinen Wunderladen wahre Schätze, teilweise mit einer langen Geschichte, die sich nicht nur bei eurer Hochzeit, sondern auch danach im geliebten Zuhause ganz hervorragend machen. Aus alten Stoffen neu verarbeitete wolkenweiche Kissen, kleine Schränkchen aus einer anderen Zeit, handgemachte Wolldecken, um jede Ecke herum steht etwas anderes Eigentümliches und Wunderbares.

Was wir gleich auch noch als Deko hätten verwenden können, waren die wunderschönen Weinflaschen vom Weingut Roth in Wiesenbronn, die einfach perfekt zu unserem Look gepasst haben. Nicole hat aber nicht nur ein Auge für Ästhetik, sondern hat uns vor allem mit ganz unterschiedlichen, aber durchweg vorzüglichen Weinen versorgt, die ökologisch sinnvoller nicht angebaut werden könnten. Nicoles Familie betreibt schon seit 1974 als einer der absoluten Vorreiter ausschließlich ökologischen Weinbau, lässt ihre Reben tief Wurzeln, um es ihnen zu ermöglichen, viele Mineralien aus dem Boden aufzunehmen, verzichten auf jegliche Mineral- und Kunstdünger (selbstverständlich auch auf Pestizide) und setzt auf Begrünung für süße kleine Nützlinge. Sie denkt aber auch noch weiter: Die Weinfässer werden einzig und allein aus Wiesenbronner Eichenholz gefertigt und ihr könnt sogar eure Flaschen zurückbringen, dann werden sie umweltschonend gereinigt und wiederverwendet. Ganz ehrlich? Besser geht nicht. Und leckerer auch nicht.

Ihr habt noch eine kleine Kostbarkeit auf dem Tisch entdeckt? Richtig! Unsere Gastgeschenke. Wir haben entschieden, genug zweifarbige Schokodrops auf Hochzeiten bekommen zu haben und uns deshalb auch hier für etwas ganz Besonderes entschieden. Und das sogar im Doppelpack. Um unnötigen Müll zu vermeiden, haben wir Glasstrohhalme besorgt, die unsere liebe Hanna Digel für uns mit den Namen unserer Lieblinge versehen hat. So kann jeder seinen mit nachhause nehmen und im besten Fall dort weiterhin für ein kühles Gläschen Aperol Spritz verwenden, statt zu Plastik zu greifen. Da das Glück ja bekanntlich immer im Doppelpack kommt und wir alle ein bisschen süchtig nach Margits Kräuterseifen sind (und man ja auch nicht wirklich zu sauber und duftend sein kann), bekommt jeder ein umweltfreundlich (und absolut traumhaft) verpacktes „Sensibelchen“ der Manufaktur Kräuter-Grün. Margit hat noch andere Seifensorten und noch viele tolle Überraschungen, die sie aus gesunden, regionalen und meistens recht kräuterigen Zutaten selbst herstellt.

Rund gemacht hat unsere Tafel die Papierkunst von Melanie. Unter ihrem Label mehr.sein kreiert sie federleichtes fineart wedding design wie Papeterie, Headpieces und Schmuck. Unsere Menükarten, Namenskärtchen und Einladungen sind aus in Deutschland handgeschöpftem Papier. Noch sinnvoller wird das wunderschöne Papier verwendet, wenn ihr auf der Rückseite ein Foto (Dani von der Urbanerie macht unglaublich tolle Paarfotografie) von euch anbringt, so dass das Papier noch zu sehen ist.

So können eure Gäste die Einladung als Passepartout verwenden und das Bild von euch aufheben. Natürlich könnt ihr euch auch für elektronische Einladungen und Infos vor Ort per QR-Code entscheiden, um Papier zu sparen, denkt aber daran, dass dann die Hemmschwelle geringer ist, öfter mal das Handy aus der Tasche zu holen, was fesselnden Gesprächen und liebevollen Blickwechseln manchmal nicht so guttut.

Wir haben alles selbstgekocht (Ina, nichts geht über deine Zwiebelmarmelade!), selbstgebacken (bitte einmal alle niederknien vor Danis und Larissas Backkünsten), gebastelt (Teelichter, Candybar aus alten Einmachgläsern und Kinderspielzeug, Hairpieces aus Glas und alten Haarkämmen, …) und dekoriert. Aber alles muss ja nicht. Pickt euch einfach heraus, was euch Spaß macht und scheut euch nicht, eure Lieben zu fragen, ob sie Lust haben, eine Kleinigkeit zu übernehmen. Unserer Erfahrung nach freuen sich viele, wenn sie etwas beitragen können. Wichtig ist hier nur: Alles kann, nichts muss. Niemand sollte das Gefühl haben, nicht nein sagen zu können, sonst kratzt das ein bisschen an der Vorfreude auf euren großen Tag.

Festgehalten hat diesen wunderbaren Tag für uns und euch die Fotografin unserer Herzen: die liebe Dani von der Urbanerie. Sie hat ein goldenes Händchen für kostbare Momente, einen Blick für außergewöhnliche Bildkomposition und vor allem immer ein herzhaftes Lachen und eine natürliche Art, die eure Aufregung verfliegen lässt.

Wenn ihr uns kennt, dann wisst ihr: Beim Styling gibt es für uns eigentlich nur Eine. Unsere Ina Gertsch ist einfach eine Perle, die es immer wieder schafft, uns alle in unserem ganz eigenen Licht erstrahlen zu lassen. Gerade an diesem großen Tag sollten wir keine Maske tragen müssen, sondern uns genau so sehen können, wie wir sind.

Unsere Models sind Larissa von Trauliesl freie Trauungen und meine Wenigkeit von roots & feathers freie Trauungen, die sich auch im echten Leben wahnsinnig lieb haben, schon einiges miteinander erleben durften und wissen: Sie lieben einen Menschen, nicht sein Geschlecht, seine Hautfarbe oder seine Religion. Liebe braucht keine Labels.